# Intent: Reviewer-Prüftiefe und Berichtslänge am Diff-Risiko skalieren ## Ziel `agents/reviewer.md` so ergänzen, dass sich Prüftiefe und Berichtslänge am Risiko des geprüften Diffs orientieren, statt immer im vollen bisherigen Umfang zu laufen — kürzere Laufzeit und ein knapperer Bericht für triviale, risikoarme Änderungen, unverändert ausführliche Prüfung und Berichtsform für riskante Änderungen. ## Hintergrund Der Bericht `docs/review/blunix-remove-ripgrep.md` zu einer Ein-Zeilen-Änderung umfasste sieben nummerierte Prüfschritte sowie mehrere ausführliche Meta-Abschnitte (Prüfmethoden, nicht ausgeführte Prüfungen, Unsicherheiten). Der einzige substantielle Befund im Bericht kam aus dem repo-weiten `git grep` nach verbleibenden Referenzen auf den entfernten Bezeichner. Ziel dieser Karte ist, genau diesen wertvollen Kernschritt für jeden Review-Lauf zu erhalten, während der übrige Umfang und die Berichtsform mit dem tatsächlichen Risiko des Diffs skalieren. ## Umfang / Auftrag an den Builder - In `agents/reviewer.md` ein Kriterium für „riskant" definieren: Die Änderung betrifft `secrets/`, eine Datei mit erkennbarem Netzwerk-, Firewall-, sshd- oder Auth-Bezug, eine systemd-Unit-Definition, oder umfasst mehr als eine Datei oder mehr als etwa 10 geänderte Zeilen. Trifft mindestens eines dieser Kriterien zu, gilt weiterhin die volle bisherige Prüftiefe und Berichtsstruktur, wie im Rollenvertrag heute beschrieben. - Für alle anderen (nicht-riskanten) Diffs ein verkürztes Berichtsformat vorschreiben: nur „Geprüfter Commit" (1–2 Zeilen), das Ergebnis des verpflichtenden `git grep`-Checks (siehe unten), Befunde (falls vorhanden), sowie Fazit und Entscheidung. Die mehrfachen Meta-Abschnitte („Tatsächlich ausgeführte Prüfmethoden" als nummerierte Liste, „Nicht ausgeführte Prüfungen", ausführliche „Unsicherheiten") entfallen oder werden zu höchstens einer Zeile zusammengefasst. - Unabhängig davon, ob der Diff als riskant oder nicht-riskant eingestuft wird, bleibt ein `git grep` nach dem geänderten Bezeichner (z. B. Paket- oder Optionsname) über den Commit-Baum ein verpflichtender Mindestschritt — dieser Check darf durch die Kürzung nicht wegfallen. ## Ausgeschlossen - Keine Änderung an der Auslöse-/Watcher-Infrastruktur (`completion_watcher.py`, `systemd.paths`-Einheiten) — für zusätzliche Latenzursachen dort gibt es keinen verifizierten Befund, nur Vermutung. - Kein Eingriff in das Marker-Block-Format (`===REVIEW-REPORT===...===END-REVIEW-REPORT===`) oder die Entscheidungs-Zeilen-Erkennung in `worker.py` — die muss mit beiden Berichtsformaten unverändert funktionieren. ## Annahmen - Der Zeilenschwellenwert (~10 Zeilen) und die Datei-Anzahl-Grenze (mehr als eine Datei) sind ein pragmatischer Startwert, keine empirisch hergeleitete Zahl — bei Bedarf später nachjustierbar. ## Offene Risiken - Eine zu niedrig angesetzte Risiko-Schwelle könnte künftig einen eigentlich riskanten Diff fälschlich ins Kurzformat einsortieren. Der verpflichtende `git grep`-Schritt mindert dieses Risiko, ersetzt aber nicht die volle Prüftiefe bei echten Risikokandidaten. ## Erfolgskriterien - `agents/reviewer.md` enthält die Risiko-Kriterien und beide Berichtsformate klar unterschieden. - Ein nachfolgender trivialer Board-Review erzeugt sichtbar einen kürzeren Bericht als das bisherige volle Format. - Dieser Intent dient zugleich als Pipeline-Test: Er wird als dritte von drei zusammengehörigen Karten (nach `docs/intent/planner-precise-package-removal-scope.md`) durch `geplant → in_umsetzung` gezogen. Ihr eigener Review-Durchlauf nutzt noch den bisherigen Stand von `agents/reviewer.md` (die neue Fassung ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht deployed) — das ist erwartet, kein Fehler.